Geboren am 3. September 1956 in Sieders im Wallis wuchs ich mit meinem Bruder Daniel und meinen Eltern in verschiedenen Kantonen in der Schweiz auf. Am 16. Juni 1984 legten Monika und ich den Grundstein für unsere Familie mit unserer Heirat in Linz Österreich. 1990 kam unser Sohn David und gut vier Jahre später 1994 unsere Tochter Sara in Muri AG zur Welt. Beruflich habe ich einen sozusagen eher praktischen Aufstieg durch erlebt. 1964 - 1973 Grundschule Kanton Bern 1973 - 1976 Bauzeichnerlehre in Bern 1976 - 1978 Strassenbauer- / Maurerlehre in Bern 1978 - 1980 Sachbearbeiter Erdbaulabor in Bern 1980 - 1983 Zeichner / Bauleiter Ing. Büro Bremgarten AG 1983 - 1986 Schweizerische Bauschule Aarau 1986 - 1987 Bauleiter in Architekturbüro Wohlen AG 1987 - 1990 Projektleiter / Bauleiter Mövenpick in Zürich 1990 - 1991 Projektleiter / Bauherrenvereter Migros GMZ   1991 - 2002 Projektleiter/ Bauherrenvereter Flughafen Zürich 2002 - 2008 Projektleiter / Bauh. Finanzdepartement Aargau Leben Für meine Familie habe ich gelebt, aus dem Beruf er- hielt ich die Existenz und vom Sport die Energie und Kraft. Im ganzen Leben haben wir, Sie und ich, täglich neue Herausforderungen anzunehmen. Nicht jeder kommt mit seinen Herausforderungen, welche zu schwierigen Lebensaufgaben werden können, gleich gut klar. Kurz vor dem 50. Geburtstag bekam ich als Familienvater Ende 2004 persönlich meine schwierigste Lebensauf- gabe vom Schicksal auferlegt. Kein Unfall, welcher zu einer Querschnittslähmung führt, wie ich dies oft in Berichten gelesen hatte, nein, eine für mich unbekannte Nervenerkrankung sollte meinen Le- bensabend verkürzen! Der Gedanke raubte mir in den ersten Stunde der Diagnose fast den Verstand. Da sass ich vor dem PC und las über meinen Tod. Statistische Werte über die Lebenserwartung war alles, was man über diese Krankheit ALS erfahren kann, wirkliche me- dizinische Hilfe gibt’s weltweit keine. Lachend und heu- lend sass ich im Büro an meinem Arbeitsplatz vor dem Bildschirm und begriff erst mal gar nichts mehr. Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) Im Oktober 2004 bin ich als äusserst aktiver und polyspor- tiver Mensch sozusagen vom Bike gestiegen und habe die- sen Schicksalsschlag erfahren.  „Vermutlich habe ich Multiplisklerose MS“, erzählte ich meinem untersuchenden Neurologen im Kan- tonsspital Aarau. Aufgrund meines Leistungsabfalls bei sportlichen Tätigkeiten hatte ich keine andere Erklärung. Heute weiss ich, ich hätte lieber MS, zumindest statistisch betrachtet. Durch den sehr geringen Bekanntheitsgrad der Krankheit wird in der Diagnostikphase kaum oder sehr spät seitens Ärzte an ALS gedacht. Meine Mutter ist 1984 mit 50 Jahren an Multiplisklerose ver- storben. Sie hatte 25 Jahre mit dieser Krankheit gelebt und ich bin mit meinem 2 Jahre jüngeren Bruder Daniel mit dieser Krankheit und dem „Rollstuhl“ meiner Mutter aufgewachsen. Persönlicher Abschied von meinem Freund Guido Laczko, 28. Sept.2010 Guido und ich waren Sportler Guido und ich waren ehrlich Guido und ich waren Kämpfer Guido und ich hatten viel (Lebens) Mut Guido und ich hatten die Krankheit der 1000 Verabschiedungen Lieber Guido! Du warst in allem ein Vorbild, ALS hat durch Dich viel „Kraft“ verloren. Wie du immer sagtest, werde auch ich meinen 80. Geburtstag in meinem Familien- und Freundeskreis feiern….. und sonst sicher mit Dir. Ich liebe Dich. Bis dann, herzlich sportlich Thomas Am 26. Oktober 2010 haben wir uns in der Kapelle Welfensberg bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel von Guido gemeinsam verabschiedet. Lieber Guido, eigentlich war es keine Verabschiedung, sondern nur auf ein “Wiedersehen” sagen..ich freue mich auf jeden Fall Dich wieder zusehen! bis dahin liebe und sportliche Grüsse Thomas Mein Freund Silvio Bossi ist am Mittwoch, 22. Dezember 2010 nachmittags verstorben Einer deiner Sprüche war: wer bremst, der verliert Lieber Silvio! Jeweils Mittwochs haben wir uns mit unseren Roll- stühlen, entschuldige Du mit deinem Ducati, zwischen Mägenwil und Wohlen in der “Hennbere” getroffen. Gemeinsam haben wir Brüssel mit unseren Rädern unsicher gemacht. Wie haben wir Witze und Sprüche gemacht und wie haben wir gelacht! Nicht deine vergangene äusserliche Muskulatur sondern deine lachenden Augen sind unvergesslich. Ich weiss es ganz genau, dieses Lachen, diese Ausstrahlung, leben in und durch Claudia und Fabio weiter. Dass Du nun noch für kurze Zeit zu uns in den Vorstand ge- kommen bist, rundet unsere Beziehung, lieber Silvio, für mich unvergesslich ab. Am Donnerstag, 4. August 2011 konnte André zuhause einschlafen. Wiederum ist einer meiner Freunde an ALS gestorben! Mit André, Sabine und Guido haben wir gemeinsam mit Ralf Stutzki die Sen- dung über ALS bei „Du bist ein Radio“ in 5 Tagen erarbeitet. Dabei wurde viel gelacht und geweint… Wie konnte André, als eigentlicher Nichtraucher, mit der Zigarette im Mund, ohne Arme und Hände die Asche von der Zigarette wegspicken! Das war für mich schon Zirkus reif… wie lachten wir beim heimfahren zu dritt in meinem Wagen! André wie Guido konnten kaum mehr sprechen, André sass vorne auf dem Beifahrersitz, Guido steuerte das Auto, ich sass hinten im Elektrorollstuhl angefesselt, konnte nicht mehr Auto fahren dafür sprechen. Meine „Andro- hung“ bei einer allfälligen Polizeikontrolle, sie beide als Betrunkene anzuge- ben, die mein Fahrzeug steuerten während dem ich hinten komplett gelähmt in meinem eigenen Fahrzeug mitfuhr, löste bei uns bei der Vorstellung viel la- chen aus. André konnte bei dieser Radiosendung, mit grossen Anstrengungen immer noch verständlich seinen Beitrag mit seiner Stimme selber besprechen. Wäh- renddem bei Guido eine elektronische Stimme mittels Computer einkopiert wurde. Hören Sie einen Kurzausschnitt der Sendung an: Kurzfassung: was ist ALS und Polizeikontrolle Vertretend für André und meine Freunde folgende Worte: Wir möchten leben Wir möchten geben Wir möchten leben Wir möchten geben Wir möchten auch sterben Thomas im August 2011 Guido und Robin September 2010